Nächste Treffen
Die Treffen sind für alle Menschen, die gerne zeichnen. Kostenlos und ohne Anmeldung. Einfach eigenes Zeichenmaterial und einen Hocker mitbringen und los geht’s. Nach dem Skizzieren schauen wir gemeinsam die entstanden Skizzen an und sitzen zum Austausch gemütlich zusammen. Hier sind auch gerne Anregungen für weitere Treffen willkommen. Wer Lust hat, anschliessend weiter zu zeichnen, kann dies gerne tun.
Einladung zur Donnerstagsgruppe am 10. September 2026
Bis bald
Annette
Für Interessierte:
Luca Thoma
In Kürze:
· Mit über 6000 Unterschriften kämpft das Quartier für den Erhalt des beliebten Gemüsekiosks.
· Fäh betont, das Projekt stärke den Quartierhalt ohne einen Rappen Steuergelder.
· Im Herbst werden die Antworten auf 63 Einsprachen gegen die Umgestaltung erwartet.
Gemütliche Holztischchen, Palettenmöbel und ganz viel Grün: Der «Stadtgarten» auf dem Allschwilerplatz sieht so aus, wie sich die Verantwortlichen im Präsidialdepartement einen Superblock vorstellen. Doch im Unterschied zum Pilotprojekt des Kantons im St. Johann, das oft leer stand, herrschen hier reger Betrieb und ein liebevolles Miteinander. Ein Paar hat sein Mittagessen von zu Hause mitgebracht und diskutiert angeregt, während die Teller klappern. Daneben geniesst ein Mann unter der Pergola den Schatten. Initiator Niklaus Fäh spaziert über die Gleise zu seinem Gemüsekiosk im ehemaligen Tramhäuschen, plaudert mit Passanten, bevor er im Laden nach dem Rechten sieht. Dort kauft eine ältere Dame gerade Gemüse. «Haben Sie heute schon genug Wasser getrunken?», erkundigt sich der Mann hinter dem Tresen, als er ihr den Einkauf über die Theke reicht.
Hier im Iselin trägt niemand ein Che-Guevara-T-Shirt – und doch hängt ein Hauch von Revoluzzertum über dem ruhigen Familien- und Mittelstandsquartier. Mit über 6000 Unterschriften und über 60 Einsprachen setzen sich die Leute dafür ein, dass Niklaus Fähs Gemüsekiosk auf dem Allschwilerplatz bleiben darf. Die Umgestaltungspläne des Kantons sehen einen Abriss des ikonischen Tramhäuschens vor, in dem Fäh und seine Mitstreiter frisches Gemüse von regionalen Bauernhöfen verkaufen – ohne Ersatzstandort für den beliebten Betrieb. «Die Menschen haben kein Verständnis dafür, dass dieser Tre punkt verloren gehen soll», sagt Fäh: «Sie haben den Eindruck, dass die Paragrafenreiter vom Kanton keinen Sinn für das Quartierleben hier haben.» Und so kämpft er seit Jahren um seinen Kiosk – mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, und mit viel Rückhalt aus der Nachbarschaft.
Wie der Gemüsekiosk zum Quartiertreffpunkt wurde
Wer Fähs Widerstandswille verstehen will, muss zum Coronasommer 2020 zurückspulen, als sich der Manager mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Uhrenindustrie neu erfand und im leerstehenden Häuschen einen Bioladen eröffnete. Er knüpfte Kontakte zu regionalen Bauern, um frisches Gemüse ins Quartier zu bringen. «Die Reaktionen waren unglaublich», erinnert sich Fäh: «Ich habe in der ersten Woche nach der Eröffnung mehr Wertschätzung erfahren als in 40 Jahren im Uhrengeschäft.» Wirtschaftlich realisierte er rasch, dass er auf keinen grünen Zweig kommen wird: «Heute ist das Ziel von mir und meinem Team eine schwarze Null – und das erreichen wir nur mit viel Engagement.» Um sein Leben zu bestreiten, behielt Fäh ein Teilzeitpensum bei seinem Arbeitgeber. Der Stadtgarten, den Fäh und seine Mitstreiter aufgebaut haben, wird von Freiwilligen gepflegt.
Im Hintergrund: Das Tramhäuschen mit dem Gemüsekiosk.
Gleichzeitig merkte er aber, dass das Projekt eine Eigendynamik entwickelte: Ein Graffitikünstler gestaltete die Fassade des Kiosks. Eine Literaturwissenschaftlerin hängt jede Woche ein neues Gedicht auf. Insbesondere ältere Menschen kommen oft auf einen Schwatz vorbei. Fäh und seine Mitstreiter bauten den Stadtgarten auf, der ebenfalls von Freiwilligen gepflegt wird. Sie gewannen mit dem Projekt einen schweizweiten Wettbewerb des Migros-Kulturprozents. «Hier ist ohne einen Rappen Steuergeld ein Treffpunkt entstanden, der genau das leistet, was der Kanton seit Jahren propagiert: eine Stärkung des Zusammenhalts im Quartier, Prävention von Einsamkeit, mehr Grün und Hitzeschutz – und das in Kombination mit gesundem Essen aus der Region.»
Warum der Gemüsekiosk der Umgestaltung weichen muss
Umso mehr ärgert es Fäh, dass die Politik und der Kanton seinen Kiosk in den Umgestaltungsplänen des Allschwilerplatzes nicht berücksichtigt. «Ich habe bereits beim Mitwirkungsverfahren 2021 den Wert unseres Projekts betont. Doch anscheinend will die Verwaltung lieber mit viel Geld etwas Eigenes hochziehen.» Weil er die vorgesehene Begrünung des Platzes und die vierzehn zusätzlichen Bäume grundsätzlich begrüsst, verzichtete Fäh 2024 darauf, das Referendum zu ergreifen – im Nachhinein bereut er diesen Entscheid: «Wir hätten die 2000 Unterschriften problemlos zusammenbekommen.» Der Kanton will den Ort der Tramwartehalle im Zuge der rund 4 Millionen teuren Umgestaltung verschieben und den Kiosk durch eine «Normwartehalle» aus Glas ersetzen. Die zuständige Umwelt- und Verkehrskommission (Uvek) im Grossen Rat prüfte seinerzeit den Bau eines Pavillons als neuen Standort für den Gemüsekiosk – verwarf die Idee aber aus Kostengründen. Die von Fäh vorgeschlagene Idee eines «semi-mobilen Angebots» direkt an der Tramhaltestelle bezeichnete SP-Grossrat Jean-Luc Perret gegenüber Bajour als «nicht umsetzbar».
Niklaus Fäh hat einen alternativen Standort im Auge
Fäh hat wenig Verständnis für die Position des Kantons und des Grossen Rats: «Diese bürokratische Denkhaltung, ohne kreative Lösungen zu suchen, ist weit weg vom Leben.» Daher rühre auch die grosse Unterstützung: «Menschen sind beispielsweise extra aus Allschwil hierhergefahren – nur um für den Erhalt des Kiosks zu unterschreiben.» Antworten auf die 63 Einsprachen gegen die Umgestaltung des Platzes erwarten Fäh und seine Mitstreiter im Herbst. Würden diese abgewiesen, behalten sie sich einen Rekurs sowie den Gang ans Appellationsgericht vor. Über die eingereichte Petition wird die zuständige Petitionskommission des Grossen Rats bis Ende Oktober befinden.
So stellt sich Fäh den neuen Standort für den Gemüsekiosk vor.
Fähs grösster Wunsch ist, dass der Kiosk im Tramhäuschen bestehen bleibt. Falls das nicht klappt, hat er einen Plan B ins Auge gefasst. Der alternative Standort für den Kiosk wäre gleich neben der neuen Tramhaltestelle Richtung Stadtzentrum. Er läge neben der sogenannten Mitwirkungsfläche, für die sich Projekte aus der Bevölkerung bewerben können. Mit der Petition kämpft Fäh für ein Pilotprojekt, das den alternativen Standort des Gemüsekiosks ermöglichen würde. Neben dem Bioladen die Kampagne zu koordinieren, mit den Behörden im Gespräch zu bleiben und in den sozialen Medien regelmässig auf sein Anliegen aufmerksam zu machen, sei eine Herausforderung: «Doch aufgeben ist keine Option. Wenn ich mich kurz zermürbt fühle, sind es die schönen Begegnungen und der viele Zuspruch, die mich schnell wieder aufbauen.»
24/10/2026 Basel, Herbschtmäss / Häfelimärt / Petersplatz
21/11/2026 Lörrach-Stetten, Dorfzentrum mit Schlössli und Kirche St. Fridolin
20/12/2026 Basel, Münsterplatz / Weihnachtsmarkt
Mehr Infos siehe "Nächste Treffen"
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